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Erdwärmetauscher - Tipps zum richtigen Einsatz

Der Erdwärmetauscher besteht aus Rohren, die nahezu horizontal im frostfreien Erdreich verlegt werden. Dies ist rund um die Baugrube oder auch unter offenen Flächen wie dem Garten möglich. Bei Einfamilienhäusern beträgt die Länge maximal 30 bis 50 Meter. Darüber liegende Längen ändern die erzielbare Temperatur kaum. Da die Aufenthaltsdauer der Luft im Erdwärmetauscher entscheidend ist, können auch zwei parallel geführte Stränge halber Länge verwendet werden. Der Durchmesser beträgt 150-200 Millimeter, größere Durchmesser würden den Preis für das Rohrmaterial überproportional erhöhen. Es empfiehlt sich ein Filter an der Ansaugöffnung, lediglich ein Insektenschutzgitter reicht nicht aus.

Aus hygienischen Gründen muss jede Wasseransammlung im Rohr vermieden werden. Im Frühling und Sommer kann es durch Kondensation zu erheblichem Tauwasseranfall im Rohr kommen. Aus diesem Grund sollte die Rohrsteigung konstant mindestens 1 bis 2 Prozent betragen.

Bei flexiblen Rohren sollte besondere Sorgfalt vorherrschen, denn diese Rohre müssen exakt im Gefälle verlegt werden. Wird dies nicht beachtet, könnten Vertiefungen entstehen, in denen sich Kondenswasser sammelt.

Rohre für Erdwärmetauscher müssen innen ein glatte Oberfläche aufweisen. Innen gerippte Rohre sind vollkommen ungeeignet, da sich hier Tauwasser in den Vertiefungen der Innenrippen ansammelt!

Geachtet werden sollte auf eine dichte Verbindung zum Lüftungsgerät.

PVC-Rohre, also etwa Kanalrohre, sollten generell aufgrund der Gefahr von Ausgasungen nicht für Erdwärmetauscher eingesetzt werden. An den Steckverbindungen kann sich zudem Wasser ansammeln - damit wächst die Gefahr der Keimbildung. Außerdem sind Steckverbindungen nicht unbedingt luftdicht, deshalb könnte das Lüftungsgerät Luft durch das Erdreich ansaugen.

Besser als oben genannte Lösungen sind PE-Rohre, die an den Stößen geschweißt werden, denn sie gewähren ausreichend gute Dichtheit. Außerdem muss für das verwendete Rohrmaterial eine dichte Durchführung durch die Kellerwand möglich sein. PU-Schaum ersetzt dabei keine sachgemäße Dichtung. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Rohrenden bereits bei Einbau beispielsweise mit Folie gut abgedichtet werden. Während der Bauzeit könnten sonst Verunreinigungen oder sogar Lebewesen in den Erdwärmetauscher kommen, die nachher kaum noch entfernbar sind.

Der tiefste Punkt des Rohres sollte an der Durchführung ins Haus liegen. So lässt sich bei Tauwasseranfall das Rohr leicht entwässern.

Die Variante mit Sickerschacht vor der Hausdurchführung ist weniger empfehlenswert, da der Schacht nicht dicht ausführbar ist und die Zuluft mit dem Erdreich in Berührung kommt. Außerdem erhöht der Sickerschacht die Kosten für den Erdwärmetauscher.

Es gibt auch die Möglichkeit, den Erdwärmetauscher bei Tauwassergefahr mittels Bypass zu umgehen. Dies ist aber nicht empfehlenswert, da er im Sommer überwiegend ausser Betrieb sein würde und die Kühlfunktion dadurch verhindert wird.

Die Planung des Erdwärmetauschers sollte bereits vor Ausführung der Kellerwände abgeschlossen sein, um die Durchführung ins Haus berücksichtigen zu können.

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