Effiziento - Samstag, 21. Oktober 2017
Lüftungssysteme bieten Komfort ohne Einschränkungen
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Lüftungssysteme bieten Komfort ohne Einschränkungen

Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung sind Lüftungssysteme und keine Klimaanlagen. Lüftungssysteme versorgen Wohnräume ausschließlich mit frischer Außenluft. Dabei wird die Vermischung von verbrauchter mit frischer Luft vermieden, und auch eine Befeuchtung oder Kühlung ist nicht der Zweck von Lüftungssystemen.

Der Vorteil dieser Lüftungssysteme liegt darin, dass die Bewohner die Anlage jederzeit durch Fensterlüftung unterstützen können, jedoch nicht auf Fensterlüftung angewiesen sind. Statt des Fenstergriffes wird eine Regelklappe oder ein Schalter bedient, mit dem sich Lüftungssysteme regeln lassen. Möglich sind das Ein- und Ausschalten und der Betrieb von Schwach-, Voll-, Teillast, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind.

Beim Betrieb von Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung ist die Dichtheit des Gebäudes entscheidend für die Energieeinsparung. Entstehen unkontrollierte Lüftungswärmeverluste durch Fugen und Ritzen, so ändert die Wärmerückgewinnung über einen Wärmetauscher an diesen Verlusten nichts. Der Energieverbrauch für die Heizung des Wohngebäudes bleibt dann trotz Wärmerückgewinnung hoch. Undichte Häuser sind der Grund für Lüftungswärmeverluste. Zugluft und Bauschäden im undichten Bauteil können durch Tauwasserausfall zu Schimmel führen. Lüftungssysteme, bzw. zentrale Lüftungsanlagen können Schimmel zuverlässig verhindern.

Das Abdichten von Bauteilen unterstützt das Lüftungsystem Ihres Hauses

Luftdichte Bauteile erzielt man beispielsweise durch das Herunterputzen des Innenputzes von Außenwänden bis auf den Rohfußboden. Fensterblendrahmen sollten sorgfältig gegen die Außenwand eingedichtet werden, Blend- und Flügelrahmen von Fenstern und Außentüren sind einzujustieren. Leichtbaukonstruktionen müssen speziell luftdicht gemacht werden, beispielsweise durch flächige Folien. Dabei müssen alle Bauteilanschlüsse und sämtliche Durchdringungen durch die Außenbauteile den Dichtigkeitsanforderungen der einschlägigen Bauvorschriften entsprechen. Notwendige Nachströmöffnungen, zum Beispiel für Feuerstellen im Raum, sind nach genauer Prüfung gezielt einzubauen (Kanalführung, Luft-Abgas-Schornstein).

Auch in Deutschland werden spezielle Anforderungen an die Dichtheit der Gebäudehülle gestellt. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert, dass der Luftwechsel bei 50 Pascal Druckdifferenz zwischen innen und außen bei Gebäuden mit Fensterlüftung den Wert n50=3,0 (1/h) und bei Gebäuden mit Lüftungssystemen, darunter auch einfache Abluftanlage, den Wert n50= 1,5 (1/h) nicht übersteigt. Passivhäuser sollten nach Angaben des führenden Passivhaus-Institutes sogar den Faktor 0,6 unterschreiten (n50<=0,6 (1/h). Bei Zweifeln an einer sorgfältigen Ausführung kann die Einhaltung durch eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Messung) im Gebäude geprüft werden.

Hygienischer Luftwechsel durch geeignete Belüftungssysteme

Der Gehalt der Raumluft an Kohlendioxid und Wasserdampf ist in Wohnungen ein geeigneter Maßstab, um die Größe des hygienisch erforderlichen Luftwechsels zu beurteilen. Legt man die Abfuhr von Kohlendioxid zugrunde, würde über das ganze Jahr eine Frischluftmenge von etwa 25 m³/Stunde je Person ausreichen. Um in der Übergangsjahreszeit Wasserdampf abzuführen, können jedoch bis zu 40 m³/Stunde je Person notwendig sein. Nach diesem personenbezogenen Wert sollte sich die Leistung der Lüftungssysteme bemessen.

Die resultierende Luftwechselrate ergibt sich dann in Abhängigkeit von der Gebäude- oder Wohnungsgröße. Zu beachten ist: Lüftungssysteme stellen einen hygienischen Grundluftwechsel sicher. Besteht kurzzeitig höherer Lüftungsbedarf in einzelnen Räumen, kann das Lüftungssystem auf Maximalbetrieb geschaltet werden (Stosslüftungsstufe), auch eine zusätzliche Fensterlüftung ist natürlich jederzeit möglich.

Nicht in allen Fällen ist eine Abluftanlage geeignet. Bei hohen Gebäuden (Mehrfamilienhäuser, Schachttyp) oder windexponierten Lagen können thermischer Auftrieb bzw. Winddruck und -sog zu Störungen führen. Dann sind als Lüftungssysteme unter Umständen Zu-/Abluftanlagen geeigneter.

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