Effiziento - Samstag, 23. September 2017
EnEV (Energieeinsparverordnung) - die Ermittlung des Primärenergiebedarfs
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EnEV (Energieeinsparverordnung) - die Ermittlung des Primärenergiebedarfs

Deutschland hat sich innerhalb der EnEV (Energieeinsparverordnung) selbst verpflichtet, bis zum Jahr 2005 den Ausstoß von Kohlendioxid gegenüber dem Jahr 1990 um ein Viertel zu senken. Diesem ehrgeizigen Ziel dient unter anderem die EnEV, die seit Februar 2002 gültig ist. Die EnEV löst damit die Wärmeschutz-Verordnung und die Heizungsanlagen Verordnung ab. Die wichtigste Änderung der EnEV gegenüber älteren Verordnungen ist, dass die EnEV nicht mehr den Heizwärmebedarf eines Gebäudes, sondern den Primärenergiebedarf regelt. Der Primärenergiebedarf wird an den Kriterien Gebäudebeheizung, Gebäudebelüftung und Trinkwassererwärmung gemessen. Damit müssen Wärmedammmaßnahmen und anlagentechnische Maßnahmen erstmals als Ganzes gesehen werden.

Mit neuen Technologien ist es heute möglich, qualitativ hochwertige und Energie sparende Gebäude wirtschaftlich zu bauen. Bauherren und Hauskäufer bauen und kaufen vor allem auch unter der Berücksichtigung zu erwartender Betriebskosten. Deshalb sind außer den Baukosten und dem Kaufpreis einer Immobilie die regelmäßigen Energiekosten von großer Bedeutung. Viele der heutigen Energieeinsparmaßnahmen können preiswert realisiert werden, amortisieren sich gewöhnlich in absehbarer Zeit und erleichtern das Erreichen der Vorgaben der EnEV.

Immobilien haben eine sehr lange Lebensdauer, häufig über Generationen hinweg. Aus diesem Grunde wollen Maßnahmen zu Modernisierung und zur Energieeinsparung wohl überlegt und berechnet sein, denn sie sollen auf lange Jahre hin Bestand haben.

Neue Technologien zur Energieeinsparung machen Gebäude aber nicht nur wirtschaftlicher im Hinblick auf die Betriebskosten, sondern steigern auch den Wohnkomfort der Bewohner. So bewirken Energie sparende Bauweisen in der Regel ein angenehmeres Raumklima als herkömmliche Neubauten. Beispielsweise haben die Bewohner bei richtig ausgeführten Dämmmaßnahmen weniger Zugluft, weil Fugen und Bauteilanschlüsse gut abgedichtet sind. Pollenfilter in automatischen Lüftungsanlagen verbessern die Luftqualität, vor allem für geplagte Allergiker.

Weitere Vorteile im Wohnkomfort können darin bestehen, dass etwa große Fenster, die nach Süden gebaut sind, zusätzlich Wärme gewinnen und die Räume besser ausleuchten. Zudem wirken sich günstig in der EnEV-Berechnung aus.

Das Ziel der EnEV

Natürlich wird mit Energie sparenden Maßnahmen auch die Umwelt geschont. So machen in Deutschland die Raumheizung und das Warmwasser etwa ein Drittel des gesamten Primärenergiebedarfs in der Bundesrepublik aus. Die größten Verbraucher sind dabei die privaten Haushalte. Um die daraus entstehenden Umweltbelastungen zu verringern und die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe zu schonen, müssen Energie aus Öl, Gas und Kohle effizient eingesetzt und erneuerbare Energien verstärkt genutzt werden.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt also nicht mehr den Heizwärmebedarf, sondern den Primärenergiebedarf, der für die Gebäudebeheizung und -belüftung sowie für die Trinkwassererwärmung erforderlich ist. Die EnEV verlangt, Wärmedämm- und auch anlagentechnische Maßnahmen als Ganzes zu betrachten. Dazu gehören Berechnungsverfahren und natürlich konkrete Energiesparmaßnahmen im Gebäude. Für die meisten Maßnahmen, die im Rahmen der EnEV von Bauherren geplant sind, stellen EU, Bund, Länder und Gemeinden eine Förderung in Aussicht. Damit kein wichtiger Punkt verloren geht, ist eine Checkliste zur Vorbereitung und Planung von Energie sparenden Bauvorhaben bestens geeignet.

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