Effiziento - Sonntag, 19. November 2017
Die Lüftung - ein häufig unterschätztes Thema
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Die Lüftung - ein häufig unterschätztes Thema

Mit der richtigen Lüftung und richtigem Heizen lässt sich die Luftqualität der Wohnung mit einfachen Mitteln optimieren. Der Instrumenteneinsatz dabei ist relativ gering: Es sind Fenster, Heizung oder  Lüftungsanlagen  , die das Wohnklima weitgehend "automatisch" regeln. Dennoch ist das Thema Gebäude- oder Wohnungslüftung nicht ganz so einfach: Viele Menschen wissen einfach nicht, mit welchen Mitteln, wann und wie lange zu lüften ist.

Die Vorteile der richtigen Lüftung sind neben der hohen Luftqualität die Vermeidung von Schimmelpilzbefall, ein gesundes Wohnklima, der Erhalt der Bausubstanz und die Einsparung von Heizkosten. Alleine bei der Heizung können bei richtiger Planung und richtigem Verhalten der Bewohner bis zu 40 Prozent eingespart werden.

Immer noch wird nach dem Fensteröffnen gerufen, wenn angeblich der Sauerstoff verbraucht ist. Doch das ist falsch. Bei leichter Betätigung im Haushalt braucht ein Erwachsener stündlich nur zwischen 15 und 50 Liter Sauerstoff. In einem 20 Quadratmeter großen Zimmer befinden sich jedoch 10.000 Liter Sauerstoff in der Luft. Ohne dass Sauerstoffmangel eintritt, würde diese Menge eine Stunde lang für 200 Menschen ausreichen.

Die notwendige  Lüftung  an der Abfuhr von Luftschadstoffen (z.B. Lösungsmittel, Formaldehyd, Radon) zu orientieren, ist bei näherem Hinsehen auch nicht hilfreich. Zum einen lassen sich diese Verunreinigungen erst spät oder gar nicht wahrnehmen, weil sie geruchlos sind. Bei empfindlichen Menschen können sie bereits weit unter der Wahrnehmbarkeit allergische Reaktionen hervorrufen. Aufgrund der großen Zahl von Schadstoffen in der Luft ist eine einfache und laufende Messung und Überwachung von Luftschadstoffen gar nicht möglich. So ist nicht die häufige Lüftung, sondern die Beseitigung oder die Abdichtung der Emissionsquellen der wirksamste Schutz gegen gesundheitliche Risiken.

Vorteile mechanischer Lüftung: Lärm, Schadstoffe und Pollen bleiben draussen

Luftwechselrate und Energieverbrauch


Die Luftwechselrate ist das Maß für die Lüftung, sie gibt den kompletten Luftaustausch eines Raumes pro Stunde an. Sie ist somit entscheidend für die Höhe des Verbrauchs. Ihre Größe hängt davon ab, wieviel Wind bei geschlossenen Fenstern durch die Fugen gelangt, wie lange und wie oft die Fenster geöffnet sind. Eine Luftwechselrate von "1" bedeutet, dass die Luft im Mittel einmal pro Stunde komplett erneuert wird. Wird die Luft pro Stunde zweimal erneuert, beträgt die Luftwechselrate "2".

Die  Lüftung  hat natürlich auch Auswirkungen auf den Energieverbrauch. Folgende Angaben machen das deutlich: Eine Luftwechselrate von "1" in einer 75 Quadratmeter großen Etagenwohnung macht einen Heizölverbrauch von knapp 700 Liter während der Wintersaison aus. Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmeter Wohnfläche verbraucht bei dieser Luftwechselrate im Mittel schon 1.250 Liter Öl. Bei einer Luftwechselrate von 2 und mehr kann der Energieverbrauch - nur für die Lüftung - auf mehr als 3000 Liter pro Einfamilienhaus steigen.

Die so genannte "Pettenkofer-Grenze" legt die notwendige Lufterneuerung durch  Lüftung  in einem 4-Personen-Haushalt auf zwei Stunden (Etagenwohnung 75 Quadratmeter), und drei Stunden in einem größeren Einfamilienhaus fest. Für beide Wohnungstypen reichen dann zwischen 250 und knapp 500 Liter Öl für den Wärmebedarf der Lüftung aus.

Auf den folgenden Seiten geht es darum, wie eine hohe Raumluftqualität zu erreichen ist, um den Sinn und Zweck der Wohnungslüftung und wie die Lüftungstechnik Gesundheit und Bausubstanz erhalten kann. Zur Unterstützung guter Luftqualität gibt es eine Reihe von einfachen technischen Hilfsmitteln. Wer das Funktionsprinzip dieser Hilfsmittel kennt, kann besser entscheiden, welche Lüftungstechnik am besten für den eigenen Zweck geeignet ist.

Mit Lüftungsanlagen lässt sich Wärme auch zurückgewinnen, beispielsweise durch Wärmerückgewinnung im Lüftungswärmetauscher oder auch mit einer nachgeschalteten Wärmepumpe. Das reduziert die Energiekosten in hohem Maße.

Voraussetzungen für Lüftungssysteme und einzelne Lüftungsgeräte, ihre Einsatzmöglichkeiten und Bauformen, unterteilt nach Typen der dezentralen und zentralen Zu- und Abluftanlagen sind weitere wichtige Themen. Die kontrollierte Wohnraumlüftung folgt einem ganzen System, das den Bewohnern hilft, ohne größeren Aufwand für gute Luft in der Wohnung zu sorgen.

Mit der Luft kann auf einfache Weise auch geheizt werden - mit der Luftheizung.

Wer sich mit dem Thema  Lüftung  und Lüftungsanlagen für die eigene Wohnung befasst, sollte wissen, welche Dinge beim Lüftungsbau zu beachten sind. Eine gute Planung und Projektierung ist für eine mechanische Lüftung unerlässlich.

Schließlich geht es um richtig Lüften:

Tipps und Tricks helfen, in der eigenen Wohnung bei rein natürlicher Lüftung mit einfachen Mitteln und ohne Energieverlust, eine gute und gesunde Raumluft herzustellen.

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